Es wurden Leitlinien zur Überprüfung zentral vom Bundesgesundheitsministerium ausgegeben, die das Bundesgesundheitsministerium erlassen hat und die inzwischen rechtsverbindlich sind. Außerdem wurde das Heilpraktikergesetz geändert.

Für uns besonders interessant ist folgende Änderung des §2 Heilpraktikergesetz:

(1) "Wer die Heilkunde, ohne als Arzt bestallt zu sein, bisher berufsmäßig nicht ausgeübt hat, kann eine Erlaubnis nach § 1 in Zukunft nach Maßgabe der gemäß § 7 erlassenen Rechts- und Verwaltungsvorschriften erhalten, die insbesondere Vorgaben hinsichtlich Kenntnissen und Fähigkeiten als Bestandteil der Entscheidung über die Erteilung der Erlaubnis enthalten sollen.“

"Kenntnisse und Fähigkeiten", das bedeutet, dass die Heilpraktiker-Überprüfung von einer Prüfung aus dem Negativen in eine Prüfung aus dem Positiven verwandelt wird. Vorher war der Grundsatz: "Was du konkret therapeutisch machst, Heilpraktiker, ist allein deine Sache. Wir überprüfen nur, ob du eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellst." In Zukunft heißt es: "Hallo Heilpraktiker, wollen wir doch mal sehen, ob du auch wirklich was kannst."

Eine weitere Änderung ist Folgendes: früher konnte dem HP die Heilerlaubnis entzogen werden kann, wenn er die "Volksgesundheit" schädigt, also eine Gefahr für viele Leute ist. Heute darf der Heilpraktiker gar keine Gefahr mehr sein, also auch einzelne Patienten nicht schädigen. Das kommt beim HP-Psycho eher selten vor, wenn, dann meist durch Übersehen einer schweren psychischen Störung oder Verkennen einer Suizidabsicht. Und eine vernünftige Prüfungsvorbereitung wird Sie davor schützen.

Nach den ersten Prüfungen, die nach den neuen Regeln erfolgt sind, lässt sich folgendes sagen:

1. Die schriftliche Prüfung ist nicht mehr so ultraleicht, wie sie vorher war. Die Themen der Fragen hatten sich seit Jahren weitgehend wiederholt, viele Fragen waren nur Nuancen anders als die vom Jahr davor. Die jetzigen Fragebögen sind anspruchsvoller, es ist mehr Text zu lesen, Diagnosen sind zu begründen, es gibt mehr Fragen nach Details und mehr Fangfragen. Die Themen wechseln jetzt jedes halbe Jahr. So etwas hatte ich schon lange erwartet.

2. Die mündlichen Prüfungen in Berlin sind nicht sehr viel anders als vor den neuen Leitlinien. Auch vorher schon wurden die Prüflinge nach ihrem Lebenslauf gefragt, beruflichen Stationen, Therapieausbildungen etc. Die Prüfer wollen es heute etwas genauer wissen als früher, nicht nur das Persönlich-Berufliche, auch das Fachliche. Insgesamt nicht sehr viel Neues, was zu erwarten war, denn im Grunde waren diese "neuen" Regeln auch vorher schon geltendes Recht (durch ein Grundsatzurteil).

Ich freue mich sehr, dass die ersten Prüflinge jetzt auch die mündliche Prüfung bestanden haben. Es ist für mich eine Bestätigung, auf dem Wege einer professionell orientierten Prüfungsvorbereitung weiter zu gehen.

Links: Google zur Änderung des Heilpraktikergesetzes
Änderungsantrag zum Pflegestärkungsgesetz, ab Seite 70 geht es um das Heilpraktikergesetz
Forumslink zu den neuen Leitlinien für die Heilpraktikerüberprüfung